05 Juli, 2010

Was hat das WFF eigentlich mit Homer Simpson, Rolf Zuckowski und beigefarbenen Polyesteranzügen zu tun?

Voller Vorfreude, angesichts der Skurilitäten, die sich da vor der Hauptbühne abspielen würden, wenn genügsame Metaler und hassgeladene Hardcore-Fans auf Mambo Kurt alias Mr. „Rhythm is a Dancer 2.0“ stießen, mischten wir uns auch am Sonntag wieder unters Rocker-Getümmel.

Bereits vor dem Soundcheck hatte sich eine Schar von mutigen Neugierigen, sowie bekennenden Mambo-Kurt-Liebhabern vor der Mainstage versammelt. Gemessen an der Publikumsstärke, hatte der engagierte Heimorgler im beigefarbenen „70er Jahre Polyesteranzug“ selbst dem Headliner des Vortages einiges voraus. Und in eben jenem Publikum brachte Mambo Kurt erstaunliches zu Tage: Was „AC/DC“? „Scooter“ solls sein! In diesem Sinne: „dö düp düp düp dö dö düp düp düp...“
Auf der Tentstage boten uns „Callejon“ mit ihrem impulsanten Lichtspiel-Intro die Möglichkeit für beeindruckende Bilder. Danach galt es besonders aufmerksam hinzuhören: Die noch relativ junge Düsseldorfer Metalcore-Band macht tatsächlich überwiegend deutschsprachige Musik!
Später haben wir dazugelernt: „Evergreen Terrace“ - das ist nicht nur die Straße im sagenumwobenen Springfield, in der everybody´s darling Homer Simpson mit seiner Familie haust – das ist auch brutaler Metalcore aus America! Und am gestrigen Nachmittag schossen ihre dröhnenden Klänge direkt von der Hard Bowl über das With Full Force, wie Homer seiner Zeit per Kanone über das Hullabalooza-Festival!
Kurze Zeit später brachten „Sodom“ das Böse auf die Hauptbühne - ganz im Sinne ihres ersten Albums „In the Sign of Evil“ - und ließen die Dämonen über Roitzschjora tanzen.
Better ways to die“ bieten „Death Before Dishonor“ aus Bosten nicht nur aktuell, mit ihrem neusten Album, sondern auch im von Hardcore-Fans besetzten Sachsen! Mit verzerrten Gitarren, deren Klänge Rolf Zuckowski & Freunde würden weinen lassen, pfefferten sie dem im Staub versunkenen Publikum feinsten New-School-Hardcore entgegen.
Etwas später auf der Zeltbühne präsentieren sich die „Broilers“ als bunte Mischung, die Elemente aus Oi, Punk, Ska, Reggae und Rockabilly in sich vereint. Den Düsseldorfern im Herzen erteilen wir das Prädikat 100% tanzbar. - Die WFF-Besucher sahens ebenso und schüttelten bei ihrer Einlage nicht nur, wie später zu Slayer, das üppige Haupthaar. Für alle, die von diesem gute-Laune-Sound nicht genug bekommen können: das knusprige Geflügel befindet sich ab September auf „Meine Sache“-Tour!
Etwa zur gleichen Zeit arbeiteten „As I Lay Dying“ mit amerikanischem Metalcore auf der Hauptbühne am Kontrastprogramm. Vor drei Jahren schaffte es ihr Studioalbum „An Ocean Between Us“ bereits bei dessen Einstieg auf Platz 24 der deutschen Albumcharts.
Auf beinahe 30 Jahre Bandgeschichte können die Co-Headliner des Tages zurückblicken.
Während dieser Zeit wuchs das musikalisch am Punkrock orientierte Repertoire von „NOFX“, beachtlich. Einen kleinen Teil dessen boten sie dem bereits seit Tagen nach „Slaaaaayeeeeer“ durstenden Publikum, bevor die Trash-Metal-Giganten endlich ihren Thron bestiegen.
Die stolzen Besitzer zweier „Best Metal Performance“-Grammys beendeten das With Full Force 2010 gebührend mit Songs, deren Texte aus dem Leben gegriffen und zum Beispiel durch Serienmorde inspiriert sind. Die Metaler machte es glücklich.


Zum Beispiel ihn:

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